19.04.2022

Banken lockern erneut Kreditzugang

Mittelständische Unternehmen fragen mehr Kredite nach, das Interesse großer Unternehmen ist aber auf einem neuem Tiefstand angekommen. Erfreulich: Die Kredithürde für den Mittelstand sinkt, die Banken lockern den Kreditzugang für die KMU.

Select Dynamic field

© ferkelraggae/fotolia.com

Nachdem im Sommer 2021 die Kreditnachfrage kleiner und mittlerer Unternehmen einen Tiefpunkt erreicht hat, lässt sich allmählich eine Trendwende beobachten, wie die neue KfW-ifo-Kredithürde zeigt. Im ersten Quartal 2022 gab wieder mehr als ein Fünftel (20,6 %) der befragten Mittelständler an, Kreditverhandlungen mit Banken geführt zu haben (+1,3 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorquartal). Gemessen am längerfristigen Durchschnitt (26 %) bleibt das Interesse an Bankfinanzierungen unter den kleinen und mittleren Unternehmen allerdings nach wie vor gering. Bei den Großunternehmen vertiefte sich die Kreditnachfrageschwäche sogar weiter. Nur 26,3 % (-1,5 Prozentpunkte) von ihnen gingen mit einem Darlehensgesuch auf ihre Bank zu. Das ist der niedrigste Anteil seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2017.

Kreditzugang hat sich verbessert

Der Zugang zu Krediten hat sich für diejenigen mittelständischen Unternehmen, die ein Darlehen nachgefragt haben, im ersten Quartal verbessert. Die KfW-ifo-Kredithürde fiel auf 17,7 % und ist innerhalb eines Jahres damit um nahezu 5 Prozentpunkte gesunken. Ob sich die Entspannung beim Kreditzugang fortsetzen wird, ist angesichts des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine fraglich. „Der Krieg mitten in Europa schwächt die Konjunktur über eine massive Verteuerung der Energie, die Verschärfung von Materialengpässen und bringt enorme Unsicherheit. Daher ist von einer Neubewertung der Ausfallrisiken durch die Finanzinstitute und einer Anpassung der Kreditvergabepolitik auszugehen“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW.

Anstieg der Kredithürde für Großunternehmen

Ein erstes Anzeichen könnte der deutliche Anstieg der Kredithürde für Großunternehmen (+6,2 Prozentpunkte auf 14,2 %) sein. Besonders betroffen waren die in die internationale Arbeitsteilung stark eingebundenen Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes. In diesem Wirtschaftsbereich hat sich der Anteil der Unternehmen, die ein restriktives Bankverhalten wahrnahmen, binnen eines Quartals mehr als verdoppelt.

Die KfW-ifo-Kredithürde steht unter KfW-ifo-Kredithürde zum Download zur Verfügung.


KfW vom 12.04.2022/Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro

Weitere Meldungen


Finanzen, online-Banking, virtual Money
Meldung

© maxsim/fotolia.com

07.10.2022

World Payments Report 2022: Banken müssen kleine und mittlere Unternehmen mit speziellen Zahlungsverkehrsdienstleistungen unterstützen

Neue Zahlungsmethoden (Instant Payments, e-money, mobile und digitale Geldbörsen, Konto-zu-Konto, QR-Codes) sind bei den Verbrauchern auf dem Vormarsch, aber die drohende Rezession und die steigenden Inflationsraten in Verbindung mit den anhaltenden geopolitischen Problemen stellen eine ganze Reihe neuer Herausforderungen dar. Trotz dieses globalen Gegenwinds geht der World Payments Report 2022 davon aus, dass der Anteil neuer Zahlungsmethoden an den gesamten bargeldlosen Transaktionen bis 2026 von rund 17% auf rund 24% steigen wird. Doch während der Zahlungsverkehr zwischen Handel und Endkunden (B2C) floriert, wurde bisher die Wertschöpfungskette im Geschäftskundenbereich (B2B) allzu oft vernachlässigt.

World Payments Report 2022: Banken müssen kleine und mittlere Unternehmen mit speziellen Zahlungsverkehrsdienstleistungen unterstützen
M&A, Mergers, Fusion, Übernahme
Meldung

© Tim/Fotolia.com

07.10.2022

Fintech M&A seit zwei Jahren im stetigen Anstieg

Die Fintech-Branche trotzt der allgemeinen Talfahrt bei M&As. Laut des Hampleton Partners Fintech M&A Market Reports kennt das weltweite Dealvolumen im Bereich Fintech seit zwei Jahren nur eine Richtung: Bergauf. So sind die Fusionen und Übernahmen in der ersten Jahreshälfte 2022 mit 591 veröffentlichten Deals im Bereich integrierte Finanzdienstleistungen, Krypto, Blockchain und Open Banking API-Dienstleistungen stark angestiegen. Der Report verzeichnet damit einen Anstieg von 46% gegenüber dem ersten Halbjahr 2021 (406 Fintech-Deals) und einen massiven Anstieg von 70% gegenüber dem ersten Halbjahr 2019 (348 Fintech-Deals).

Fintech M&A seit zwei Jahren im stetigen Anstieg
IPO
Meldung

© moomsabuy/fotolia.com

07.10.2022

Zurückhaltung auf dem weltweiten Markt für Börsengänge hält an – IPO-Kandidaten warten auf günstigeres Umfeld

Angesichts anhaltender geopolitischer Spannungen, steigender Zinsen und einer hohen Volatilität an den Weltbörsen verharren viele IPO-Kandidaten in Wartestellung: Insgesamt wagten im traditionell schwachen dritten Quartal weltweit 355 Unternehmen den Sprung aufs Parkett – 41% weniger als im dritten Quartal des Rekordjahres 2021. Das Emissionsvolumen schrumpfte um 56% auf 50,6 Mrd. USD.

Zurückhaltung auf dem weltweiten Markt für Börsengänge hält an – IPO-Kandidaten warten auf günstigeres Umfeld

Das könnte Sie interessieren: 


REThinking Finance Abo

Haben wir Ihr Interesse für REthinking Finance geweckt?

Schon heute wissen, was für das digitale Finanzmanagement von morgen wichtig ist.
Sichern Sie sich das REthinking Finance Gratis Paket: 1 Heft + Datenbank.