• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Deutsche Unternehmen in den USA kommen gestärkt aus der Pandemie

02.03.2022

Deutsche Unternehmen in den USA kommen gestärkt aus der Pandemie

Deutsche Unternehmen in den USA haben in 2021 die Folgen der Pandemie im Wesentlichen hinter sich gelassen: 85% der deutschen Unternehmen in den USA gelang 2021 einen Umsatzanstieg. Im Vorjahr schafften dieses nur 42%. Fast neun von zehn Unternehmen (88%) erwirtschafteten 2021 Gewinne. 29% (im Vj. 23%) der Befragten erzielten sogar eine Umsatzrendite von mehr als 10%. Die Profitabilität des US-Geschäfts nimmt weiter zu. Das sind zentrale Ergebnisse der Studie „German American Business Outlook 2022“. In der jährlichen Umfrage der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und der Deutsch-Amerikanischen Handelskammern (AHK USA) wurden 102 deutsche Tochtergesellschaften zu ihren Geschäftserwartungen in den USA befragt.

Select Dynamic field

© maxsim/fotolia.com

66% der Befragten waren während der Krise erfolgreich bei der Optimierung und Restrukturierung ihrer Geschäftsprozesse; 53% erzielten Fortschritte bei der Digitalisierung der Arbeitsplätze, 28% bei der Digitalisierung des Vertriebs sowie 21% bei der Digitalisierung ihres Geschäftsmodells.

Als Folge aller Maßnahmen konnten 71% der befragten deutschen Konzerne in den USA ihre Profitabilität in 2021 steigern. Im Jahr 2020, das noch stärker durch die COVID-19-Pandemie geprägt war, gelang dies nur 45% der deutschen Konzerne.

Auch in Zeiten des Decouplings behält der US-Markt seine Relevanz für deutsche Konzerne

Die USA sind einer der wichtigsten Umsatz- und Gewinnquellen für deutsche Konzerne: 34% der deutschen Gruppen erzielen in den USA mehr als ein Fünftel ihrer globalen Umsätze; 28% mehr als ein Fünftel ihrer globalen Gewinne.

Optimistischer Blick auf 2022

In die Zukunft blickt das Gros zuversichtlich: 43% erwarten, dass die US-Wirtschaft 2022 mit mehr als 3% wächst. Im Vorjahr glaubten das nur bescheidene 18%. Noch optimistischer sind die Befragten mit Blick auf ihr eigenes Unternehmen: 60% rechnen für 2022 mit einem Umsatzwachstum von mehr als 3%. Im vergangenen Jahr hatten dieses nur 34% prognostiziert. Zudem gehen 88% der deutschen Unternehmen von steigenden Gewinnen aus.

Wenngleich sich das Wirtschaftsumfeld aufgrund von Lieferengpässen, steigender Inflation und zunehmendem Decoupling der großen Wirtschaftsmächte verdüstert, bleiben deutsche Unternehmen in den USA ‚bullish‘, betonen die Studienautoren. Alles spreche dafür, dass deutsche Unternehmen in den USA auf absehbare Zeit weiter stark prosperieren.

Investitionen wachsen weiter

87% (im Vj. 82%) der deutschen Unternehmen planen wachsende Investitionen im US-Markt. 22% wollen in den nächsten drei Jahren sogar mehr als 10 Mio. USD investieren. Das entspricht einem Anstieg um 5 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr.

Die wichtigsten geplanten Investitionsfelder betreffen allesamt die Fortsetzung der digitalen Transformation: Zur Top 3 der am häufigsten geplanten Projekte zählen die Automatisierung der Produktion (39%), die Digitalisierung aller internen Geschäftsprozesse (37%) und der Vertriebskanäle (25%).

Lieferketten unter Druck

71% der Befragten waren in den letzten 18 Monaten laut der Umfrage einer starken Belastung ihrer Lieferketten oder Engpässen bei ihren Zulieferern ausgesetzt. Lediglich 8% der Unternehmen erfuhren keinerlei Beeinträchtigungen. So überrascht es nicht, dass mehr als jedes zweite deutsche Unternehmen in den USA (54%) das Lieferketten-Management als eines der Top 3 Herausforderungen betrachtet.

Zugleich geben zwei von fünf Unternehmen (41%) an, dass die Widerstandsfähigkeit ihrer Lieferketten in den USA zu steigern ist. Bei keinem anderen Thema wird ein größerer Verbesserungsbedarf gesehen. Um die Lieferketten-Risiken zu mindern, setzen deutsche Unternehmen in den USA auf lokale Beschaffung (22%), Diversifizierung der Zulieferer (19%) sowie die Bevorratung kritischer Komponenten (16%).

Die durch die Pandemie verursachten Unterbrechungen der Lieferungskette sind etwas, was Unternehmen weltweit nie erwartet hätten, erklären die Studienautoren. Die betroffenen Unternehmen müssten Notfallpläne entwickeln, um ihren Betrieb jetzt und in Zukunft reibungslos zu gestalten.

Cyber-Risiken steigen weiter

Der zweitgrößte Verbesserungsbedarf besteht aus Sicht der befragten deutschen Unternehmen in den USA beim Schutz vor Cyber-Risiken. Knapp jeder dritte Befragte (30%) glaubt, dass in seinem Unternehmen entsprechende Verbesserungen erforderlich sind.

Cyber-Angriffe haben den Autoren der Analyse zufolge massiv zugenommen und betreffen heute praktisch jedes Unternehmen. Es bestehe ein direkter Zusammenhang zwischen den wachsenden Cyber-Bedrohungen und der fortschreitenden Digitalisierung aller internen Prozessabläufe und des Datenaustauschs mit Dritten wie Lieferanten und Kunden. Hier könnten Unternehmen gar nicht genug investieren.

Anhaltender Arbeitskräftemangel bedroht Wachstumsaussichten

Drei von vier der befragten deutschen Unternehmen in den USA (75%) bezeichnen den Arbeitskräftemangel als eine der Top 3 Herausforderungen. Im Vorjahr hatten diesen nur 45% der befragten Unternehmen beklagt. Zugleich äußern 50% der Unternehmen (im Vj. 27%) große Schwierigkeiten, Fachkräfte auf dem US-Markt zu gewinnen.

Vor dem Hintergrund, dass zwei von drei befragten Unternehmen (67%) konkrete Pläne haben, ihre Belegschaft im Jahr 2022 aufzubauen, könnte sich dieser Personalengpass als wesentliches Hindernis für das künftige Wachstum erweisen. Jedes dritte deutsche Unternehmen (33%) hat daher bereits eigene Aus- und Fortbildungsprogramme aufgesetzt.

Laut der Analyse ist der Arbeitskraftmangel eine seit langem bestehende Herausforderung für deutsche Tochtergesellschaften in den USA, insbesondere in einer zunehmend technisierten Welt. Der Arbeitskraftmangel, den viele Industrien derzeit haben, scheint diese Herausforderung noch zu verstärken.

Forderung an die Politik: Hemmnisse abbauen

Das Politikfeld, das den größten Einfluss auf den zukünftigen Geschäftserfolg in den USA hat, sind nach Meinung der deutschen Unternehmen der Zugang zu offenen Märkten und faire Handelsabkommen (45%). Im Vorjahr sagten dies noch 64% der von KPMG und GACC Befragten – ein deutlicher Beleg, dass sich die Handelsbeziehungen zwischen den USA und der EU im Jahr 2021 entspannt haben.

Auf dem Wunschzettel für die neue Bundesregierung steht, unternehmerisches Handeln nicht zu behindern bzw. zu belasten: Fast drei von fünf Unternehmen (59%) wünschen sich von der deutschen Politik den Abbau von Handelshemmnissen und die Abschaffung von Zöllen und 54% Vereinfachungen bei US-Arbeitsvisa.

Die Unternehmen wünschen sich friktionslosen Freihandel und möglichst wenig staatliche Intervention, stellen die Studienautoren fest. Fakt sei aber, dass in der Welt heute immer mehr Regulierung geschaffen wird, die großen Wirtschaftsblöcke mit immer neuen regionalen Regeln auseinanderdriften und sich zunehmend entkoppeln.

Investitionen in Nachhaltigkeitsprojekte

Aktuell planen 56% der deutschen Unternehmen in den USA, ihre Investitionen in Nachhaltigkeitsprogramme in den nächsten drei Jahren zu erhöhen. Projekte zur Energieeinsparung und zum Recycling werden mit 45% bzw. 40% am häufigsten genannt.

In saubere Energielösungen zu investieren, ist ein klares Mandat, dem viele deutsche Unternehmen in den USA nachkommen, so die Umfrage. Es gebe immer mehr Geschäftsmöglichkeiten, Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, die diesen Anforderungen gerecht werden – ein Gewinn für die Umwelt und die globale Wirtschaft.

Den „German American Business Outlook 2022“ können Sie hier herunterladen.


Pressemitteilung KPMG vom 27.01.2022

Weitere Meldungen


Schwarmfinanzierungen, Crowdfunding, Geld, Klug
Meldung

©nanuvision/fotolia.com

19.08.2022

Finanzierung: Start-ups müssen im Schnitt noch 3,3 Mio. € Kapital einsammeln

8 von 10 Start-ups in Deutschland (79%) brauchen innerhalb der nächsten zwei Jahre frisches Kapital. Dabei ist die Zuversicht bei Gründerinnen und Gründern hoch, dass die Finanzierungsrunden erfolgreich verlaufen. Im Schnitt müssen diese Start-ups 3,3 Mio. € einsammeln – etwas weniger als noch vor einem Jahr, als der durchschnittliche Kapitalbedarf bei 4 Mio. € lag. Das sind Ergebnisse aus einer Befragung von rund 150 Tech-Start-ups im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Finanzierung: Start-ups müssen im Schnitt noch 3,3 Mio. € Kapital einsammeln
Meldung

©aksanakoval / 123rf

19.08.2022

M&A-Markt: Unternehmen setzen auch in turbulenten Zeiten auf Übernahmen

Die weltweite M&A-Rekordjagd hält trotz hoher Inflation und drohender Rezession an. Und es zeichnet sich ab, dass das Transaktionsvolumen in diesem Jahr mit 4,7 Billionen USD den zweithöchsten Wert seit der Jahrhundertwende erreichen könnte. Lediglich im Ausnahmejahr 2021 war es mit 5,9 Billionen USD höher. Das hat der „Global M&A Report Midyear 2022“ der Unternehmensberatung Bain & Company ergeben.

M&A-Markt: Unternehmen setzen auch in turbulenten Zeiten auf Übernahmen
Löhne, Gehälter, Lohn, Gehalt
Meldung

© stockWERK / fotolia.com

19.08.2022

Deutsche Unternehmen setzen im Wettbewerb um neue Talente nicht nur auf Gehaltserhöhungen

Mit Gehaltserhöhungen von durchschnittlich 3,5% für das Jahr 2022 reagieren Unternehmen auf die aktuelle Inflation. Um im Wettbewerb um Fachkräfte zu bestehen, setzen sie jedoch nicht nur auf Gehaltserhöhungen, sondern sie gehen auch ganz neue Wege. Das zeigt die Studie "Salary Budget Planning Report" der Unternehmensberatung WTW.

Deutsche Unternehmen setzen im Wettbewerb um neue Talente nicht nur auf Gehaltserhöhungen

Das könnte Sie interessieren: 


REThinking Finance Abo

Haben wir Ihr Interesse für REthinking Finance geweckt?

Schon heute wissen, was für das digitale Finanzmanagement von morgen wichtig ist.
Sichern Sie sich das REthinking Finance Gratis Paket: 1 Heft + Datenbank.