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07.01.2024

Digitalbranche zeigt sich von Krisen unbeeindruckt

Cyberkriminalität betrifft insbesondere die Vorreiter der Digitalisierung

©Coloures-Pic/fotolia.com

Die Digitalbranche startet mit Zuversicht ins neue Jahr. Sie bringt mit ihren Lösungen Effizienz- und Produktivitätszuwächse für die Unternehmen.

Deutschlands digitale Wirtschaft ist auf Wachstumskurs. Trotz eines schwierigen konjunkturellen Umfelds erwartet der Digitalverband Bitkom für die Unternehmen der IT und Telekommunikation (ITK) für 2024 ein Umsatzplus von 4,4 % auf 224,3 Milliarden Euro. Der ITK-Sektor würde damit um den Faktor drei bis vier stärker wachsen als die Wirtschaft insgesamt.

Fachkräftemangel erweist sich als Hemmschuh

Im vergangenen Jahr hatten die ITK-Umsätze um 2,0 % auf 215 Milliarden Euro zugelegt. Das Umsatzwachstum hat auch positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Die Zahl der Beschäftigten in der ITK-Branche soll laut Bitkom im Jahresverlauf 2024 um 36.000 wachsen, auf 1,368 Millionen. Bereits 2023 sind 28.000 neue Arbeitsplätze entstanden. „Die meisten Unternehmen der Bitkom-Branche präsentieren sich krisenfest. Auch unter schwierigen konjunkturellen Bedingungen, geprägt von geopolitischen Krisen und Haushaltskürzungen, legen Umsätze und Beschäftigung zu. Insbesondere das Arbeitsplatzwachstum könnte noch deutlich größer ausfallen, der Fachkräftemangel erweist sich hier als Hemmschuh“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst.

Jedes fünfte Digitalunternehmen will Investitionen erhöhen

Das Geschäftsklima in der Digitalwirtschaft entwickelt sich gegen den Trend der Gesamtwirtschaft positiv, wie der von Bitkom und ifo Institut erstellte Digitalindex zeigt. Während der ifo Index für die Gesamtwirtschaft im Dezember von minus 9,4 Punkten noch einmal auf minus 11,2 zurückging, legte der Digitalindex von 6,0 auf 9,8 Punkte zu. Die positive Entwicklung spiegelt sich auch in den Investitionsplanungen der ITK-Unternehmen wider. So wollen 22 % ihre Investitionen 2024 erhöhen und 61 % die Ausgaben konstant halten, 17 % müssen auf die Bremse treten. Dabei wird vor allem in Software sowie Forschung und Entwicklung investiert.

IT treibt das Branchen-Wachstum

Die Informationstechnik ist dabei der wichtigste Wachstumstreiber. Nach einer leichten Wachstumsdelle im vergangenen Jahr (plus 2,2 % auf 142,9 Milliarden Euro) werden 2024 nach der aktuellen Prognose 151,5 Milliarden Euro umgesetzt, das entspricht einem Plus von 6,1 %. Vor allem das Geschäft mit Software legt stark zu (plus 9,4 % auf 45,5 Milliarden Euro). Dabei wachsen die Umsätze mit Plattformen für die Entwicklung, das Testen und die Bereitstellung von Software überdurchschnittlich, und zwar um 12,3 % auf 12,2 Milliarden Euro. Hier spiegelt sich auch der aktuelle Boom bei Künstlicher Intelligenz wider. Das Geschäft mit KI-Plattformen wächst um 38,3 % auf 1,4 Milliarden Euro. „Künstliche Intelligenz wird 2024 das Top-Thema bleiben. Unternehmen sollten sich jetzt mit KI beschäftigen, entsprechende Projekte aufsetzen und auch in die Technologie investieren“, so Wintergerst. „Die Politik muss bei der Umsetzung des AI-Acts Augenmaß beweisen und dafür sorgen, dass KI in Deutschland und Europa sowohl weiter genutzt als auch entwickelt werden kann.“

Deutlich zulegen kann auch das Geschäft mit Software für die Systeminfrastruktur von Unternehmen. In diesem Segment legen die Umsätze um voraussichtlich 8,1 % auf 10,0 Milliarden Euro zu. Sicherheitssoftware hat daran einen Anteil von 3,9 Milliarden Euro, das entspricht einem Anstieg um 12,7 %. Stark wachsend sind auch die Umsätze mit sonstigen Software-Anwendungen, sie legen um 8,5 % auf 23,2 Milliarden Euro zu. Darin enthalten sind unter anderem Kollaboration-Tools zur Zusammenarbeit und zum mobilen Arbeiten, die überdurchschnittlich um 13,5 % auf 1,6 Milliarden Euro wachsen.

Die Umsätze mit IT-Dienstleistungen steigen laut Bitkom 2024 um 4,8 % auf 51,7 Milliarden Euro. Besonders kräftig wachsen dabei Dienstleistungen mit Cloud-Bezug, die einen Anteil von 17,7 Milliarden Euro am gesamten IT-Service-Markt haben und um 17 % zulegen.

Unterhaltungselektronik setzt Schrumpfkurs fort

Das vierte Jahr in Folge verzeichnet das Geschäft mit klassischer Unterhaltungselektronik einen Rückgang. Nach einem Minus von 2,1 % auf 8,1 Milliarden Euro im vergangenen Jahr erwartet Bitkom für 2024 einen weiteren Umsatzrückgang um 3,4 % auf 7,8 Milliarden Euro. „Die klassische Unterhaltungselektronik hat es weiterhin schwer. Die Branche hofft zumindest auf einen leichten Fußball-EM-Effekt bei Fernsehgeräten“, sagt Wintergerst. Beim Geschäft mit Spielekonsolen erwartet Bitkom in diesem Jahr keinen Sondereffekt durch neue Konsolen-Generationen.

Telekommunikation bleibt insgesamt stabil

Im Markt für Telekommunikation erwartet Bitkom für 2024 ein Wachstum um 1,0 % auf 72,8 Milliarden Euro. Den größten Anteil daran hat das Geschäft mit Telekommunikationsdiensten, die 52,6 Milliarden Euro ausmachen (plus 1,6 %). Die Investitionen in Telekommunikations-Infrastruktur gehen in der Summe leicht um 1,0 % auf 8,4 Milliarden Euro zurück, allerdings gibt es in diesem Segment deutliche Unterschiede. So schrumpfen die Ausgaben für Ethernet Switches (minus 10,0 % auf 1,8 Milliarden Euro) sowie IP PBX, also Voice-over-IP-Telefonie (minus 8,6 % auf 0,2 Milliarden Euro) deutlich. Dagegen steigen Investitionen in Zugangsinfrastruktur, sowohl kabelgebundene (plus 7,0 % auf 0,7 Milliarden Euro) als auch mobile (plus 6,2 % auf 1,2 Milliarden Euro). Die Umsätze mit Endgeräten bleiben mit minus 0,2 % auf 11,8 Milliarden Euro auf dem Niveau des Vorjahres.

Im weltweiten Vergleich wächst Deutschland weiter nur langsam

Die Umsätze mit IT und Telekommunikation werden weltweit 2024 der Prognose zufolge um 5,6 % auf 4,91 Billionen Euro zulegen. Das größte Wachstum verbucht dabei Indien mit einem Plus von 7,9 %, dahinter folgen die USA (6,3 %), China (5,7 %), Großbritannien (5,6 %) sowie Japan (3,5 %). Die EU ohne Deutschland kommt auf ein Wachstum von 5,9 %.

(Bitkom vom 10.01.2024 / RES JURA Redaktionsbüro)


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