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17.01.2023

Investitionen 2023: Lieferketten und Technologie vorn

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© Mustansar/fotolia.com

Im Rahmen der Studie hat das Capgemini Research Institute im November und Dezember 2022 in 15 Ländern insgesamt 2.000 Teilnehmer aus Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 1 Mrd. USD befragt. Das Forschungsteam hat ihre Investitionsstrategien für die nächsten 12 bis 18 Monate in Bereichen wie digitale Transformation, Lieferkette, Talente und Fähigkeiten sowie Nachhaltigkeit analysiert.

Weltweit konzentrieren Entscheider in Unternehmen ihre Investitionen auf die Transformation ihres Geschäfts, erklären die Studienautoren. Dabei sollten sie die Chancen nutzen, die Technologie bietet – nicht nur, um ihr Unternehmen effizienter, nachhaltiger und resilienter zu machen, sondern insbesondere, um langfristige Wachstumsmöglichkeiten zu schaffen. Darüber hinaus sei es von entscheidender Bedeutung, in die Mitarbeitenden zu investieren, damit sie diese Transformationen des Geschäftsmodells und der Wertschöpfungskette umsetzen können, ohne dass dies ihre Arbeitsbedingungen und -zufriedenheit beeinträchtigt. Diese Investitionsbereiche sind der Analyse zufolge für Unternehmen entscheidend, um in dem unsicheren Umfeld nicht nur zu bestehen, sondern gestärkt und stabiler in die Zukunft zu gehen.

Gestörte Lieferketten: Investition in Technologie und Diversifizierung hat Priorität

Unterbrechungen der Lieferkette halten 89% der Unternehmen weltweit (91% in Deutschland) für das größte Risiko für das Wirtschaftswachstum in den nächsten 18 Monaten, noch vor den steigenden Rohstoffpreisen (67 bzw. 69% in Deutschland) und der Energiekrise (64 bzw. 62% in Deutschland). Um dieses Risiko zu minimieren, planen 43% der Entscheidungsträger (46% der deutschen), die Investitionen in ihre Lieferkette im nächsten Jahr und darüber hinaus zu erhöhen – um durchschnittlich 10,4% im Vergleich zum derzeitigen Niveau. Sie sehen Investitionen in Technologien für die Lieferkette vor, um die Agilität, Transparenz und Übersichtlichkeit der Lieferketten zu optimieren, sowie Investitionen in die Diversifizierung der Zulieferer, der Produktion und der Transportpartner.

Zu den vorrangigen Maßnahmen zur Diversifizierung der Lieferkette gehören Onshoring oder Nearshoring, um Produktionsstätten in größerer Nähe zu den Absatzmärkten zu schaffen, die Lieferantenbasis zu regionalisieren und die Produktionsstruktur zu diversifizieren (d.h. die Abhängigkeit von einer einzigen geografischen Region zu verringern). Die westeuropäischen Länder planen, stärker in die Diversifizierung der Lieferkette zu investieren, während die APAC-Länder größere Investitionen in Lieferkettentechnologien vorsehen.

Technologieinvestitionen: Mittel zur Kostensenkung und Business-Transformation

Um dem ungünstigen Wirtschaftsklima zu trotzen, suchen die Unternehmen nach Wegen, wie Technologie dazu beitragen kann, das Wachstum anzukurbeln und schnell wirtschaftlichen Wert zu generieren. Die Studie ergab, dass weltweit 39% von ihnen – 34% in Deutschland – beabsichtigen, ihre Investitionen in Technologie in den nächsten 12-18 Monaten zu steigern. Ebenfalls 39% weltweit planen, sie auf demselben Niveau zu halten; unter den deutschen Unternehmen ist dies bei 44% der Fall. Die Führungskräfte wollen Technologie in erster Linie nutzen, um Kosten zu senken und schnellere Entscheidungen zu treffen, indem sie Cloud, Data und Analytics einsetzen. Um ihre Unternehmen im kommenden Jahr noch besser zu schützen, will fast die Hälfte der Führungskräfte zudem die Ausgaben für Cybersicherheit erhöhen.

Nachhaltigkeitsinvestitionen: Anstieg in den USA und China

Der Studie zufolge haben mehr als die Hälfte der Unternehmen in den letzten 12 bis 18 Monaten aufgrund der ungünstigen Marktbedingungen ihre Ausgaben für ökologische Nachhaltigkeit bereits reduziert, und nur 33% planen, diese in den nächsten 12 bis 18 Monaten zu erhöhen, obwohl sie lediglich einen geringen Anteil an ihren Gesamtinvestitionen ausmachen. In diesem Zusammenhang gibt weniger als ein Drittel der Unternehmen an, auf einem guten Weg zu sein, ihre gesetzten Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Die Unternehmen in den USA (41%) und China (53%) haben jedoch vor, ihre Nachhaltigkeitsinvestitionen in den nächsten 18 Monaten zu erhöhen, wodurch der im letzten Jahr zu beobachtende Rückgang zum Teil ausgeglichen wird. Die Anteile der Unternehmen in europäischen Ländern, die dies planen, liegen deutlich darunter.

Der erhöhte Druck auf Nachhaltigkeitsinvestitionen könnte zum Teil darauf zurückzuführen sein, dass die meisten Manager in ökologischer Nachhaltigkeit eher eine kostspielige Verpflichtung als eine Investition in die Zukunft sehen. Darüber hinaus geben 74% der Entscheidungsträger an, dass die Kundennachfrage nach nachhaltigen Produkten und Services zurückgegangen ist, da viele Kunden nicht bereit sind, in der aktuellen makroökonomischen Situation einen Aufpreis für grünere Produkte, Services und Lösungen zu zahlen.

Unternehmen sollten Investitionen in Nachhaltigkeit Priorität einräumen und den Übergang zu einer weniger energie- und ressourcenintensiven Wirtschaft beschleunigen, da empirisch erwiesen ist, dass sich Nachhaltigkeit und ein gesundes Geschäftsergebnis keineswegs ausschließen und Nachhaltigkeitsvorreiter besser abschneiden als der Branchendurchschnitt, so die Empfehlung der Studienautoren.

Ausgaben für Personal vorwiegend für Strategien zur Hybrid- und Remote-Arbeit

Für die kommenden 12 bis 18 Monate planen die Unternehmen jedoch, ihre Investitionen in wichtigen Bereichen wie Mitarbeitererlebnis (39%), Qualifizierung/Weiterbildung (36%) und Diversität (35%) zu reduzieren. Das Team des Capgemini Research Institute folgert aus diesen Ergebnissen, dass Arbeitgeber, die attraktiv bleiben wollen, ihre Investitionen in diesen Bereichen aufstocken sollten – denn der Wettbewerb um Fachkräfte limitiert weiterhin die Wachstumsperspektiven der Unternehmen.

Die vollständige Capgemini-Studie finden Sie hier.

(Pressemitteilung Capgemini vom 16.01.2023)


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