• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Rekordjahr für Risikokapital: Venture Capital-Investitionen erreichen Höchststand von 671 Mrd. USD

02.03.2022

Rekordjahr für Risikokapital: Venture Capital-Investitionen erreichen Höchststand von 671 Mrd. USD

Die weltweiten Risikokapitalinvestitionen sind im vergangenen Jahr auf ein neues Rekordniveau gestiegen. So wurden 2021 insgesamt 671 Mrd. USD in Start-ups gesteckt – das ist fast doppelt so viel Geld wie im Jahr zuvor (+ 93,5%). Ein erheblicher Teil der Venture Capital-Investitionen entfiel erneut auf „Einhörner“, also Unternehmen mit einer Marktbewertung von über 1 Mrd. USD, so der neue Venture Pulse Q4/2021 von KPMG, für den regelmäßig die globalen Venture Capital-Investitionen ausgewertet werden.

Select Dynamic field

© WrightStudio/fotolia.com

Einer Reihe bestehender Einhörner gelang es noch im letzten Quartal 2021, große Finanzierungsrunden abzuschließen, darunter J&T Express (Indonesien, 2,5 Mrd. USD), Lacework (USA, 1,3 Mrd. USD), Thrasio (USA, 1 Mrd. USD) und N26 (Deutschland, 900 Mio. USD). Viele Einhörner dürften zum möglicherweise letzten Mal große Summen aufgebracht haben, bevor sie ihren Exit angehen, stellen die Studienautoren fest. Es entstehen aber in erheblichem Tempo auch immer wieder neue Einhörner, was zu einer bemerkenswerten Konzentration von Venture Capital-Investitionen in die bestehenden großen Player führt. So ist die Zahl der neuen Einhörner im letzten Quartal 2021 laut der Analyse mit weltweit 126 geradezu explodiert. Interessanterweise stammt eine ganze Reihe aus noch weniger reifen Venture Capital-Märkten wie Vietnam, Brasilien, Mexiko, Indonesien oder den Philippinen. Das beweist eine zunehmende Vielfalt des globalen Venture Capital-Marktes.

Deutschland und Europa mit überdurchschnittlichem Wachstum

Mit 19,6 Mrd. USD beziehungsweise 122,6 Mrd. USD ist auch die in Deutschland und Europa 2021 investierte Summe im Vergleich zum Vorjahr massiv gestiegen (+158 bzw. +128%). Alleine im 4. Quartal 2021 entstanden in sieben europäischen Ländern 17 neue Einhorn-Unternehmen, die unterschiedlichste Branchen repräsentieren – von Fintech über Healthtech bis hin zu Travel und HRtech.

In Deutschland übten in den letzten drei Monaten des Jahres unterschiedlichste Anwendungen Künstlicher Intelligenz einen großen Reiz auf Investoren aus. Begehrt waren auch die Bereiche Fintech und Delivery, wie die Kapitalerhöhung von N26 (900 Mio. USD) und die Kapitalerhöhung von Gorilla (rund 1 Mrd. USD) zeigen. Aber auch Themen wie Agtech und ESG standen 2021 in Deutschland ganz oben auf der Liste der Venture Capital-Investoren.

ESG- und HR-Themen ziehen Geldgeber an

Den Autoren der Studie zufolge hat sich der Fokus auf ESG hat sich im letzten Jahr erheblich weiterentwickelt, da der Druck der Verbraucher auf die Unternehmen gestiegen ist. Auch Venture Capital-Investoren ziehen ESG-Kennzahlen inzwischen zunehmend als Grundlage für ihre Investitionsentscheidungen heran. Freilich liege eine Herausforderung nach wie vor darin, dass es keine Standards für die einheitliche Bewertung von ESG-Aktivitäten gibt. Auch deshalb dürfte es wahrscheinlich vermehrt Investitionen in ESG-Lösungen und Messinstrumente geben, die dabei helfen, Geschäftsaktivitäten zu verfolgen, zu messen und zu melden, so der Venture Pulse-Report

Auch HR-Technologien im Kommen

Die entscheidende Bedeutung von Talentgewinnung und Personalwesen für den Erfolg sowohl von Start-ups als auch von traditionellen Unternehmen hat zu einem deutlichen Anstieg der Venture Capital-Investitionen eine breite Palette von HR-Lösungen geführt. Diese reichen von KI-gestützten Rekrutierungstechnologien bis hin zu Lösungen für das Leistungsmanagement. Im vierten Quartal 2021 konnten so die Gehaltsabrechnungs- und Compliance-Plattform Deelraa (USA) 425 Mio. USD, der deutsche Anbieter von automatisierten Personal-Workflows Personiora 270 Mio. USD und das Unternehmen für die Automatisierung von Backgroundchecks Chekrraa (USA) 250 Mio. USD einwerben.

Ausblick 2022

Mit dem Aufkommen der Omikron-Variante und der verstärkten Rückkehr zum Home Working dürfte der anhaltende Druck zur Verbesserung digitaler Angebote und hybrider Arbeitsumgebungen sowie in HR- und Personaltechnologien branchenübergreifend fest auf dem Radar der Investoren bleiben, so die Prognose der Studienautoren. Ein starkes Investitionsumfeld und das anhaltende Streben nach Digitalisierung dürfte dazu beitragen, dass die Venture Capital-Investitionen auch im ersten Quartal 2022 hoch bleiben werden.

Den KPMG-Venture Pulse Q4-2021 finden Sie hier zum Download.


Pressemitteilung KPMG vom 19.01.2022

Weitere Meldungen


Schwarmfinanzierungen, Crowdfunding, Geld, Klug
Meldung

©nanuvision/fotolia.com

19.08.2022

Finanzierung: Start-ups müssen im Schnitt noch 3,3 Mio. € Kapital einsammeln

8 von 10 Start-ups in Deutschland (79%) brauchen innerhalb der nächsten zwei Jahre frisches Kapital. Dabei ist die Zuversicht bei Gründerinnen und Gründern hoch, dass die Finanzierungsrunden erfolgreich verlaufen. Im Schnitt müssen diese Start-ups 3,3 Mio. € einsammeln – etwas weniger als noch vor einem Jahr, als der durchschnittliche Kapitalbedarf bei 4 Mio. € lag. Das sind Ergebnisse aus einer Befragung von rund 150 Tech-Start-ups im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Finanzierung: Start-ups müssen im Schnitt noch 3,3 Mio. € Kapital einsammeln
Meldung

©aksanakoval / 123rf

19.08.2022

M&A-Markt: Unternehmen setzen auch in turbulenten Zeiten auf Übernahmen

Die weltweite M&A-Rekordjagd hält trotz hoher Inflation und drohender Rezession an. Und es zeichnet sich ab, dass das Transaktionsvolumen in diesem Jahr mit 4,7 Billionen USD den zweithöchsten Wert seit der Jahrhundertwende erreichen könnte. Lediglich im Ausnahmejahr 2021 war es mit 5,9 Billionen USD höher. Das hat der „Global M&A Report Midyear 2022“ der Unternehmensberatung Bain & Company ergeben.

M&A-Markt: Unternehmen setzen auch in turbulenten Zeiten auf Übernahmen
Löhne, Gehälter, Lohn, Gehalt
Meldung

© stockWERK / fotolia.com

19.08.2022

Deutsche Unternehmen setzen im Wettbewerb um neue Talente nicht nur auf Gehaltserhöhungen

Mit Gehaltserhöhungen von durchschnittlich 3,5% für das Jahr 2022 reagieren Unternehmen auf die aktuelle Inflation. Um im Wettbewerb um Fachkräfte zu bestehen, setzen sie jedoch nicht nur auf Gehaltserhöhungen, sondern sie gehen auch ganz neue Wege. Das zeigt die Studie "Salary Budget Planning Report" der Unternehmensberatung WTW.

Deutsche Unternehmen setzen im Wettbewerb um neue Talente nicht nur auf Gehaltserhöhungen

Das könnte Sie interessieren: 


REThinking Finance Abo

Haben wir Ihr Interesse für REthinking Finance geweckt?

Schon heute wissen, was für das digitale Finanzmanagement von morgen wichtig ist.
Sichern Sie sich das REthinking Finance Gratis Paket: 1 Heft + Datenbank.